Wanderwegewart berichtet: Die Lebensader der Natur sind ihre Gewässer

Um Großröhrsdorf gibt es einige Quellgebiete, die Fließgewässer und eng im Zusammenhang eine Teichanreihung im Nahbereich der Bäche und Flüsse. Die Namensgebung der Gewässer hängt mit der langen Geschichte der Menschen in der Region zusammen.

Der kleine Fluss entspringt nahe dem Rammenauer Ortsteil Röderbrunn, in der Waldlage der Luchsenburg. Die Quelle befindet sich auf 326 Metern Höhe und ist in Holzpfähle mit einer Hinweistafel gefasst. Von Rammenau kommend, am Schloss vorbei, gibt es eine direkte Beschilderung zur Pulsnitzquelle am Waldrand. Von hier aus ist die Autobahn in einer Entfernung von ca. 200 m sehen. Die Quelle selbst ist ein kleines Rinnsal, das an der Waldkante im Schilf verschwindet und nach ca. 100 m in einen Teich in Röderbrunn fließt. Die Große Röder wird in zahlreichen Teichen zur Karpfenhaltung aufgestaut, bei Röderbrunn bspw. in den Karauschen- oder Karschteich und in den Rohr- oder Rohrwiesenteich. Von hieraus nimmt die Große Röder ihren Lauf und wird nach 1,5 Kilometern Lauflänge noch einmal für Badezwecke im Buschmühlenteich in Ohorn angestaut und fließt anschließend in Richtung Bretnig. In der Ortslage Bretnig und später Großröhrsdorf wird die Große Röder in ein Flussbett gezwungen, welches mit Granitsteinen das Flussbett einengt. Diese Einengung ist geschichtlich begründet. Im Mittelalter entstand ein Siedlungsgebiet an den Flussläufen und die Anreihung der Bauernhöfe nannte man ein Hufedorf. Das Wort „Hufe“ ist abgeleitet vom Wort Hof und war früher ein Durchschnittsmaß des bäuerlichen Grundbesitzes. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung wurde die Wasserkraft zunehmend zur Energiegewinnung eingesetzt. Anfangs noch zur Mehlherstellung genutzt, diente sie zum Betreiben der Maschinen der Bandwebereien. Der natürliche Flusslauf wurde nun Stück für Stück verändert. Die noch freie Flussaue mit den angrenzenden saftigen Wiesen stellen noch heute ein wertvolles Flussbiotop für Pflanzen dar. Sie bietet in feuchten Lagen auch einen idealen Lebensraum für Lurche und Insekten Lebensraum. Weil die meisten Flussauen aber zurückgedrängt wurden, sollten die restlichen aber geschützt werden, wie es im Umweltschutzgesetz festgeschrieben ist.

Historische Postkarte „Partie an der Röder“zoom
Historische Postkarte „Partie an der Röder“

In der Massenei befindet sich die Quelle des Steinbach. Dieser ist ein linker Nebenfluss der Großen Röder. Das Gebiet um die Quelle wird im, allgemeinen auch als Waldaue bezeichnet, da durch zeitweilige Überflutung eine Flussaue im Wald entstanden ist. In diesen feuchten Teilen wachsen eine Vielzahl von Weichgehölzen, Schilfrohren, Buschwindrößchen und biologisch nützlichen Moosarten, wie das Gemeine Beckenmoos. Wasserlurche und andere Kriechtiere sind ebenfalls anzutreffen. Der Steinbach verbindet eine Reihe von Teichen, wie den Steinteich, um den ein herrlicher Wanderweg führt. Diese Landschaft besitzt einen hohen biologischen Wert, denn sie bietet Brutstätten für verschiedene Vogelarten, Insekten und Kriechtiere. Der Steinbach fließt nach der Massenei in die Talsperre Wallroda und mündet nach etwa 5,5 Kilometern in die Große Röder in Richtung Radeberg ins Seifersdorfer Tal.

Röderansichtzoom

Ebenfalls sehr wissenswert, die Schwarze Röder, welche südöstlich der Massenei auf einer Wiese ihre Quelle hat. Genauer genommen nahe der Ortsverbindungsstraße zwischen Frankenthal und Bretnig-Hauswalde auf etwa 330 Meter über NN. In der Folge fließt die Schwarze Röder nach Seeligstadt, danach nach Arnsdorf und Radeberg. Nicht zu vergessen ist die Pulsnitz, die in Ohorn am Schleißberg seine Quelle hat. Die Pulsnitz durchfließt den Ort Pulsnitz in Richtung Oberlichtenau, Reichenbach und vereint sich mit dem Haselbach, weiter Richtung Königsbrück, um später in die Schwarze Elster zu münden. Die Schwarze Elster hat ihre Quellen an der Luchsenburg am Hochstein und fließt nach Elstra, Kamenz, Hoyerswerda, Ruhland nach Elsterwerda Richtung Elbe. Beachtenswert ist auch eine weitere Quelle im Quellgebiet der Großen Röder, die des Grunabachs, welche im Abstand von ca. 500 m zur Großen Röder entspringt und in Richtung Rammenau Schloss fließt. Auf dem Weg zum Schloss durchfließt er zwei Teiche und schlängelt sich in Richtung Frankenthal, weiter nach Großharthau und mündet in die Wesenitz. Von da aus nimmt er seinen Lauf weiter nach Stolpen, Lohmen, Liebetal und endet in der Elbe. An diesen genannten Gewässern befinden sich eine Vielzahl von Wasserschlössern: Barockschloss Rammenau, Schloss Großharthau, Pulsnitz Schlossklinik, Schloss Oberlichtenau, Königsbrücker Schloss und Schloss Klippenstein. In der geschichtlichen Betrachtung waren die Fürsten dieser Schlösser Herren über das Wasserrecht, Fischwirtschaft und im Wald über die Jagd.

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