Würdige Grabgestaltung des Sanitärrats Dr. med Eduard Linke

Im Spätherbst 2019 wurde das Ehrengrab von SR Dr. Linke auf dem äußeren Friedhof in Großröhrsdorf gärtnerisch neu gestaltet.

Dank der unbürokratischen und komplikationslosen Unterstützung von Frau Schneider-Schurig (Stadtverwaltung) und Herrn Haufe, konnte mit zwei Koniferen ein würdiges Umfeld geschaffen werden. Die Schrift war bereits zum Stadtjubiläum erneuert worden. Damit wurde ein Beitrag zur Stadtgeschichte auf dem medizinischen Bereich geleistet.

Aus diesem Anlass soll an SR Dr. Linke erinnert werden.

1858 in einer Bauernfamilie im Kreis Glogau / Schlesien geboren, studierte Dr. Linke in Breslau und Halle / Saale Humanmedizin. 1885 erfolgten Staatsexamen und Promotion, erste ärztliche Tätigkeiten im Raum Halle und als sogenannter „Einjähriger“ beim Militär.
1886 kam Dr. Linke aufgrund einer Empfehlung nach Großröhrsdorf und ließ sich als praktischer Arzt und Geburtshelfer nieder. (eine damals übliche Kombination) – und sollte 50 Jahre hier segensreich wirken.

Er betreute ein umfangreiches territoriales Gebiet – außer Großröhrsdorf, den umliegenden Dörfern gehörte auch Pulsnitz, Königsbrück und Elstra zu seinem Bereich. Sein „Fuhrpark“ bestand zunächst aus vier Pferden, wobei man im Winter durchaus auch einmal im Straßengraben landete. 1912 erhielt er seinen ersten Pkw  (einen grünen Opel, der bald so populär wurde wie er). (Abb. 4, nachgestaltet 1973 beim Fest „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr“) – er war angeblich kein guter Autofahrer.
Neben seiner Tätigkeit als praktischer Arzt und Geburtshelfer arbeitete er auch als Oberarzt im Stadtkrankenhaus (Carl Großmann-Stift, 2019 abgerissen), als Schularzt und Bahnarzt und war quasi im Dauerdienst („Work and life Balance“ gab es damals nicht).

1914 ernannte ihn König Friedrich August zum Sanitätsrat. Vielleicht war seine unermüdliche Tätigkeit, u.a. ständige Dienstbereitschaft, auch ein Grund Junggeselle zu bleiben. Außer Treffen mit den „Ortshonoratioren“ im Mittelgasthof (später Hotel Rödertal) erfolgten kaum Freizeitaktivitäten.

Dr. Linke war auch ein Unikum, vielleicht etwas Sonderling, der oft belehrend und erzieherisch auf seine Patienten einzuwirken versuchte. Eine Marotte war, jeden Satz mit dem Wörtchen „also“ zu beginnen, sodass er bald „Dr. Also“ war.

Sechs Jahre nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit verstarb Dr. Linke.
In seinem Testament legte Dr. Linke fest, dass sein Grundstück – Poststraße 1 nach seinem Tode als Stiftung an die Stadt Großröhrsdorf übergeht – mit der Maßgabe der Pflege seiner Grabstätte. Es wird im Auftrag der Stadtverwaltung gepflegt

MR Dr. med. Adolf Scholz

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